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SturmEnde 2010 soll das Internationale Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien seine Arbeit einstellen. Dieser Beschluss des UN-Sicherheitsrates ist weniger juristischer als finanzieller Natur, schliesslich hat auch Gerechtigkeit ihren ganz banalen monetären Preis. Was für ein ernüchternder Hintergrund für einen Politthriller. Er handelt von einer Anklägerin in Den Haag, der in einem Prozess gegen einen serbischen General die Felle davon schwimmen. Nachdem sich der Hauptbelastungszeuge das Leben genommen hat, gerät sie an dessen Schwester und noch brisantere Verbrechen des Angeklagten. Sie will die Schwester als Zeugin gewinnen und löst damit nach 15 Jahren einen Sturm aus, einen Sturm der Erinnerung und der neuen Angst. Und dann droht auch noch die Gerechtigkeit der politischen Räson weichen zu müssen.
Nach einem rasanten Einstieg verlegt sich der Film auf geradlinige Spannung: Alltag in Den Haag, Ortstermin in Bosnien, die Macht alter Seilschaften. Fast dokumentarisch konzentriert sich die Kamera auf die Protagonistin und fängt ein, wie sich diese gegen die Ernüchterung durch die juristische und politische Routine wehrt. Sinnigerweise ergibt ihr Vorname mit dem Nachnamen der Zeugin zusammengenommen den Namen der politischen Denkerin Hannah Arendt. Die beiden Frauenfiguren sind herausragend dargestellt von Kerry Fox und Anamaria Marinca.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien christine.stark ref.ch
"Sturm", Deutschland/Dänemark/Niederlande 2009, Regie: Hans-Christian Schmid, Besetzung: Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Verleih: Cineworx, Internet: www.cineworx.ch, Filmwebsite: www.sturm-der-film.de
Kinostart: Zürich 4. März; Basel und Bern 11. März 2010
Montag, 8. März, 10:00 Uhr, medientipp Weitere Filmtipps
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