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The Bow (Hwal) Zuerst sind da Hände, die Holz biegen und Saiten aufspannen. Allmählich wird sichtbar, wie Pfeil und Bogen zu einem Instrument umgebaut werden. Dann kommt ein alter Mann in den Blick, der eine sehnsuchtsvolle Melodie streicht. Er lebt mit einem jungen Mädchen auf seinem Boot, das wie eine Oase auf dem Ozean schwimmt. Sie kommunizieren nur in Gesten und Blicken, und dann ist da noch der Bogen, mit dem beide vortrefflich umgehen können. Er dient als Waffe, als Orakel, als Instrument. Doch die Idylle ist bedroht: Der Alte will seine Ziehtochter an ihrem 17. Geburtstag heiraten, obwohl sie bloss kindliche Liebe für ihn empfindet. Als sie sich in einen Studenten verliebt, der zum Angeln an Bord kommt, gerät das Gefüge ins Wanken.
Archaisch, mystisch mutet die Geschichte an, die mit grossartigen Bildern eingefangen ist. Sie spielt ausschliesslich auf dem Schiff und seinem Beiboot. Das Festland, die "normale" Welt ist ausser Sicht und taucht lediglich in den Anglern auf, die ab und zu an Bord kommen. Der Film des Koreaners Kim Ki-duk fasziniert und verstört. Der titelgebende Bogen vereint vieldeutig Bedrohung und Schönheit, Kampf und Ruhe. Er verbindet Mann und Mädchen bis zum symbolisch aufgeladenen (überladenen?) Ende, an dem sie zu einer letzten gemeinsamen Fahrt aufbrechen.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien christine.stark ref.ch
"The Bow (Hwal)", Südkorea 2006, Regie: Kim Ki-duk, Darsteller: Jeon Sung-hwan, Han Yeo-reum, Seo Ji-seok; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: www.tfmdistribution.com/larc/accueil.htm
Kinostart: 8. Juni 2006 06.06.2006 Weitere Filmtipps |
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