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Air Doll
Air Doll   

Unwillkürlich hält man die Luft an, wenn Nozomi die Luft ausgeht. Nozomi ist eine lebensgrosse Plastikpuppe, die eigenartigerweise zum Leben erwacht. Und dieses könnte sie aushauchen, wäre da nicht ein junger Mann, der beherzt fragt, wo denn ihr Ventil sei. Wenn ein Film bizarr und poetisch zugleich ist und mit ausnehmender Weisheit über das Leben nachdenkt, ist er nicht selten aus Japan.

So auch die Geschichte von Nozomi, dem Frauenersatz aus Kunststoff, die lebendig wird und sich die Welt erschliessen lernt, bis sie nicht mehr weiss, ob es tatsächlich erstrebenswert ist, zu leben. Ihre Umgebung ist klug gewählt: Das einfache Haus ihres Käufers, der eine leblose Puppe einer echten Frau vorzieht. Die Videothek, in der Nozomi einen Job findet, obwohl sie von Filmen genauso wenig Ahnung hat wie vom Leben. Eine Parkbank zwischen beiden Orten. Und die Werkstatt ihres Herstellers, den sie aufsucht, um nach dem Warum ihrer Existenz zu fragen. Inspiriert von einem Manga-Comic hat Ausnahmeregisseur Kore-Eda seinen neuen Film mit leichter Hand gedreht. Das Ergebnis ist keine heisse Luft, sondern die schelmische Verdichtung eines Zitats aus einem japanischen Gedicht: "Es macht den Anschein, dass das Leben in einer Weise entworfen ist, dass niemand es alleine erfüllen kann."

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien

"Air Doll", Japan 2009, Regie: Hirokazu Kore-Eda, Besetzung: Duna Bae, Arata, Itsuji Itao, Jô Odagiri; Verleih: Trigon-film, Internet: www.trigon-film.org, www.trigon-film.org/de/movies/Air_Doll

Kinostart: 18. März 2010
Reflexe. Japans Meisterregisseur Hirokazu Kore-Eda und die Sexpuppe
Montag, 22. März, 11.00 Uhr, DRS2
www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/reflexe/2741.sh10126378.html

15.03.2010

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