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Gigante
Gigante   

Schauplatz ist ein Supermarkt, wie es sie millionenfach auf der Welt gibt. Unförmig sitzt Jara vor seinen Überwachungsmonitoren und durchwacht die Nacht. Er arbeitet in einem Vorort von Montevideo im Sicherheitsdienst. Jara ist ein schüchterner und einsamer Mann. Er ist aber auch eine gewaltige Erscheinung, raum- und leinwandfüllend. Trotz dieser muskulösen Leibesfülle kann er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Lethargie und Alltagstrott bestimmen sein Leben. Die langweiligen Nachtschichten sind jedoch vorbei, als er Julia aus der Putzequipe entdeckt. Die zierliche, lebensfreudige Frau ist das vollständige Gegenteil von Jara. Und so verbirgt er sein Interesse für sie hinter Kameraaugen und Versteckspielen. Seine Lethargie wird jedoch durchbrochen, als der Arbeitgeber Julia kündigt.

An der Berlinale 2009 wurde dieses Filmjuwel entdeckt und gleich mit dem Grossen Preis der Jury ausgezeichnet. Mit viel Fingerspitzengefühl entwickelt Adrián Bíniez die Psychologie seines Protagonisten Jara; stoisch verkörpert von Horacio Camandule. Der uruguayische Regisseur benutzt geschickt die Klischees der Lovestory und des Voyeurismus, um sie in eine berührende Liebesgeschichte zu verwandeln. Wie die beiden ungleichen Figuren – hier der gigantische Wachmann, dort die zierliche Putzfrau – zueinander finden, ist überaus beglückend und weckt die Hoffnung auf ein leises Glück.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martigkath.ch

"Gigante", Uruguay/Deutschland/Argentinien 2009, Regie: Adrián Biniez, Besetzung: Horacio Camandule, Leonor Svarcas, Néstor Guzzini; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: www.controlzfilms.com/pages/gigante_eng.htm (Englisch)

Kinostart: 15. Oktober 2009

12.10.2009

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