| 30.08.2010 |
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Zara Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln bewegt sich die Regisseurin Ayten Mutlu im kurdischen Gebiet in der Türkei. Ausgangspunkt ist die Befindlichkeit des Exils, die äussere und innere Heimatlosigkeit. "Dieses Land ist wie ein umgekehrter Spiegel. Ich kann ihm nicht ins Gesicht schauen." So spricht die innere Stimme der Hauptfigur Mirka, die sich mit ihrer Freundin Nursa in den Weiten der Berglandschaft verirrt. Auf der Suche nach dem Dorf Zara – ihrem Ursprungsort, den sie als Mädchen verliess – kommt sie zu metaphorischen Stationen des Leids und der Hoffnung.
Im Übereinanderblenden von verschiedenen Zeitebenen lehnt sich der Film an die Erzähltechnik von Theo Angelopoulos an. Häufig sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in ein und demselben Bild präsent. Der poetische Realismus des Films fasst die Traurigkeit über den Verlust der kurdischen Kultur und Sprache in bewegende Bilder und aussergewöhnliche Klangwelten. Langsame Kamerafahrten über das karge Land wechseln mit statischen Bildern. Zara ist der Ort der Geborgenheit, in dem sich Erinnern und Träumen vereint. Dabei wird der Islam in seiner alevitischen Ausprägung zu einem wichtigen Teil der Hoffnung: Die Kinder künden von der "Suppe der 12 Imame" und der "Cem" wird gefeiert. "Zara" heisst "die Geburt des Weges" und ist das Gegenteil des Todes. Der Film erinnert an die kurdische Vergangenheit und das Leiden, um daraus Kraft für die Zukunft zu schöpfen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst charles.martig kath.ch
"Zara", Schweiz/Österreich/Niederlande/Kurdistan 208, Regie: Ayten Mutlu Saray, Besetzung: Newroz Baz, Serpil Öcal, Barbara Sotelsek; Verleih: Cineworx, Internet: www.cineworx.ch, Filmwebsite: www.cineworx.ch/Zara
Kinostart: 2. September 2010
Der Film erhielt den Schweizer Filmpreis 2009 für die beste Filmmusik, komponiert von Marcel Vaid.
Spezialveranstaltungen in Anwesenheit der Regisseurin
2. September: Premiere im Kellerkino Bern Mit einer Diskussion mit der Regisseurin Ayten Mutlu Saray, dem Komponisten Marcel Vaid und Reinhard Schulze, Professor für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie. www.kellerkino.ch/Filmseite.php?filmtitel=Zara
10. Oktober, 12.00 Uhr: Kult.kino atelier Basel Mit einer Diskussion mit der Regisseurin Ayten Mutlu Saray und dem Komponisten Marcel Vaid. www.kultkino.ch |
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