Z’Bärg
Die Alpen im Berner Oberland werden heute vermehrt von jungen Leuten im Auftrag einer Alpgenossenschaft bewirtschaftet. Die Arbeit ist streng und verlangt viel Stehvermögen. Julia Tal begleitet ein junges Paar im Simmental von der Einstallung des Viehs bis zum Ende der Sommersaison. Entgegen den üblichen Vorstellungen vom Leben auf der Alp entsteht das Bild eines mühsamen Lebens. Sarah (27) und Sämi (32) müssen früh aufstehen, um die Kühe zu melken. Damit hat der Tag erst begonnen, denn es stehen Arbeiten in der Käserei an, Holzhacken und Hausarbeit. Bald sieht man den beiden die Erschöpfung an. Sie müssen mit ihren Kräften haushalten, um diesen Sommer zu überstehen. Schimmel auf dem Käse oder ein Abort bei einer Kuh stellen Sarah und Sämi vor besondere Herausforderungen. Da bleibt wenig Zeit für sich selber und fürs Geniessen des Lebens auf der Alp.
Julia Tal geht nahe an den Alltag des jungen Paares heran. Sie scheut sich nicht, Konflikte zu zeigen. Manchmal scheint auch ein Moment der Überforderung auf. Ausgeglichen wird dies durch Abendszenen mit Freunden auf der Alp, die bei einem Feuer zusammensitzen und von ihrem Alltag als Sennen erzählen. Wenn die Bauern am Ende der Saison ihre Kühe mit Lastwagen abholen ist beinahe eine Wehmut zu spüren. Ob Sarah und Sämi dieses beschwerliche Leben auch im Folgejahr wieder auf sich nehmen, bleibt jedoch offen.
Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum
charles.martig@kath.ch
«Z’Bärg», Schweiz 2015, Regie: Julia Tal, mit: Sarah Jörg, Samuel Winter; Verleih: MovieBiz Films, Internet: http://www.moviebizfilms.com, Filmwebsite: http://www.2zu1film.com/filme/16/zbaerg
Kinostart: 14. Januar 2016
