Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben
Petite Jasmine, mit bürgerlichem Namen Eva-Marree Smith Kullander, war 27 Jahre alt, als sie vom Vater ihrer Kinder ermordet wurde – am 11. Juli 2013, mit 32 Messerstichen, in der Geschäftsstelle des schwedischen Sozialdienstes. Begonnen hatte der Alptraum drei Jahre zuvor: Damals nahm die alleinerziehende Mutter einen Job als Escort-Girl an, um den Lebensunterhalt für ihre damals vier und fünf Jahre alten Kinder zu verdienen. Nach einer Anzeige durch ihre Cousine, übergab die Polizei die Kinder dem vorbestraften und gewalttätigen Vater. (Ex-)Prostituierte und verantwortungsvolle Mutter zugleich? Unmöglich, lautet das soziale Stigma in Schweden. In Schweden ist Prostitution seit 1998 nicht mehr legal. Freier werden mit einer Strafe verfolgt, Kunden für Sexkauf kriminalisiert und gegen die Prostituierten, die laut Gesetz eigentlich straffrei bleiben, wird häufig das Druckmittel des Kindesentzugs eingesetzt
