Wo die wilden Kerle wohnen
Ob wirklich in jeder von uns ein wilder Kerl oder ein wildes Girl steckt? Schön wär’s, denke ich, wenn ich den Bilderbuchklassiker von Maurice Sendak durchblättere. Aber sicher!, denke ich, seit ich den zugehörigen Film gesehen habe. Dass Sendak hier als Co-Autor und Produzent seine Finger im Spiel hatte, ist ein Glücksfall und den Leinwandbildern anzusehen.
Als der unbändige Max mit seiner Mutter aneinander gerät, entflieht er in eine andere Welt, in der die wilden Kerle wohnen; oder besser «the wild things», wie es im Original heisst, denn die fantastischen plumpen Monster sind keineswegs nur männlich. Um nicht gefressen zu werden, lässt sich Max zum König machen und regiert mit übermütiger Ausgelassenheit. Doch muss er lernen, dass es gar nicht so leicht ist, einfach glücklich zusammen zu leben.
Der 12-jährige Max Records glänzt als sensibler Rabauke, und die «wild things» sind perfekt zum Leben erweckt. Die nötigen Zusatzgeschichten, die es für eine Kinofilmlänge braucht, sind angenehm offen gehalten und nicht moralinsauer. Freilich lernt Max das Seine und die «wild things» das Ihre, aber es ist die pure Spielfreude, ja Spielwut, die den Film zu einem Erlebnis macht. Allerdings geht es zuweilen recht wild zu und her, so dass der Film manche Kinder mit seinen Eindrücken überfordern kann.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Wo die wilden Kerle wohnen» («Where the Wild Things Are»), USA 2009, Regie: Spike Jones, Besetzung: Max Records, Catherine Keener, Lauren Ambrose, Chris Cooper; Verleih: Warner Bros (Transatlantic) Inc., http://www.warnerbros.ch; Filmwebsite: wwws.warnerbros.de/wherethewildthingsare
Kinostart: 17. Dezember 2009
| Film des Monats von Kinofenster.de mit Unterrichtsmaterialien: http://www.kinofenster.de/wo_die_wilden_kerle_wohnen_film http://www.kinofenster.de/download/monatsausgabe-12-2009.pdf |
Film des Monats Dezember in Deutschland
