Wir haben genug – Wirtschaft ohne Wachstum

Das Coronavirus hat die Wirtschaft weltweit binnen weniger Wochen in die tiefste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Milliardenhilfsprogramme sollen zur Normalität führen. Ziel ist «gesundes Wachstum» der nationalen Ökonomien, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), als Voraussetzung für Jobs, Steuereinnahmen und Wohlstand. Doch ist nicht der Normalzustand selbst ein Problem? Und wie muss dabei der Klimakrise begegnet werden? Kritiker bezeichnen die einseitige Ausrichtung der Politik am Wachstum verantwortlich für Umweltzerstörung, aber auch soziale Ungleichheit. Sie fordern die Abkehr vom Wachstumsparadigma. Staatliche Mittel dürften nicht in einen «Wiederaufbau» mit Wachstum fliessen, sondern müssten zwingend dem Umstieg in eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftsweise dienen. Gerade die jüngste Krise zeigt: Das BIP ist als Mass für Politik unzureichend und war dafür auch nie gedacht. Soziale Ungleichheit, Umweltzerstörung, unbezahlte Haus- und Pflegearbeit oder ethische Werte finden in den grundlegenden Berechnungsmodellen der klassischen Ökonomie keinen Niederschlag – das hat langfristig fatale Folgen