Von Sängern und Mördern

Sie performen den Song ihres Lebens. Singen oder rappen von Heimweh, Liebe und der Bitte um Vergebung. Es sind starke Stimmen zu wehmütigen Melodien. Sie gehören Dealern und Diebinnen, Räubern, Totschlägern oder Mörderinnen – eingesperrt in einem der rund tausend russischen Gefängnisse und Straflager zwischen St. Petersburg und Wladiwostok. Sie alle träumen davon, beim Gesangswettbewerb «Kalina Krasnaja» (Roter Holunder), mitmachen zu dürfen. Jeder der schätzungsweise 700‘000 Gefangenen Russlands darf teilnehmen. Als Verheissung lockt die Ehre, zu den etwa 35 Auserwählten zu gehören, die bei der jährlichen Konzert-Gala auftreten. Das nicht unumstrittene Projekt wurde 2003 von einem Moskauer Musiklabel ins Leben gerufen. Für Natalia Abaschkina, Regisseurin der Show und Seele des Programms, ist es eine Berufung. Das Filmteam begleitet Natalia durch halb Russland, gibt Einblicke in die von Tragödien und Brüchen gezeichnete Vita dieser Frau und er lässt die Musiker selbst zu Wort kommen