Valkyrie (Operation Walküre)

Ausgangspunkt des Films ist die Geschichte des gescheiterten Hitler-Attentats von Oberst Stauffenberg am 20. Juli 1944. Mit den typischen Mitteln des Suspense, der Effekte und Emotionen wird eine „wahre Geschichte“ aufgegriffen. Es geht dabei nicht um eine historische Aufarbeitung oder Neubewertung des Nationalhelden, sondern um die Story eines grossen Coups. Regisseur Bryan Singer nimmt einen deutschen Mythos auf und durchkreuzt das Bild vom heldenhaften Hitler-Attentäter. Stauffenberg wird hier als zutiefst verletzter Mann gezeigt, dem der Glauben an die Sache der Deutschen Wehrmacht abhanden gekommen ist.

Tom Cruise gibt den Helden erstaunlich überzeugend und zurückhaltend. Die Tragödie liegt jedoch nicht in der Figur, sondern in der Geschichte des misslungenen Attentats. Der Bezug auf Wagners „Walküre“ erweist sich als Spur, den Film als Oper zu lesen. Doch auch Western und Thriller standen dem Film Pate. Dabei werden unter der Genreoberfläche kluge Zeichen und Symbole sichtbar, die von Macht und Ohnmacht, kollektivem Krieg und individueller Verletzung, von Glauben und Scheitern zeugen. Mit dem Skandaldiskurs während der Produktion des Films hat das kaum etwas zu tun: Die „Hollywoodisierung der deutschen Geschichte“ und die „Entweihung der Originalschauplätze“ findet nicht statt. Das dank gelungener Regie und dem Mut, auf viele Klischees zu verzichten. Unterhaltung kann manchmal auch sehr klug sein.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Valkyrie“ („Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“), USA/Deutschland 2008, Regie: Bryan Singer, Besetzung: Tom Cruise, Bill Nighy, Kenneth Branagh, Carice van Houten; Verleih: Fox-Warner, http://www.fox.ch, Filmwebsite: http://www.valkyriemovie.ch

Kinostart: 22. Januar 2009