Tuya’s Marriage

Im Nordwesten der Inneren Mongolei werden die Voraussetzungen für ein Leben in der Natur immer schlechter. Die Industrie ist in diesem Teil Chinas auf dem Vormarsch und verdrängt die nomadische Hirtenkultur. Tuya hat es hier als Frau besonders schwer: Sie muss zwei Kinder, 200 Schafe und ihren behinderten Mann Bater durchbringen. Bater versucht, sie zur Scheidung zu bewegen, doch die selbstbewusste Frau will davon nichts wissen. Als sie selber krank wird, überlegt sie sich eine Trennung von ihrem Mann. Die Bewerber sind zahlreich, aber das neue Leben ist kaum verlockend: Keiner will den behinderten Bater unterstützen. Ein reicher Mann nimmt Tuya mit den Kindern in die Stadt. Für Bater gibt es einen Platz im Pflegeheim. Doch diese Entwurzelung wirkt fatal. Als Bater sich die Pulsadern aufschneidet, weiss Tuya, dass sie zurückkehren muss.

Mit grosser Glaubwürdigkeit zeigt der Regisseur seine Figuren in ihrem Nomadenleben, dem täglichen Kampf ums Überleben in einer wüstenähnlichen Landschaft. Er weiss um den Verlust der mongolischen Hirtenkultur. Die Trauer von Tuya an ihrem Hochzeitstag ist auch die Grundstimmung des Erzählers. Mit einem liebenden Blick und einem Sinn für die Ambivalenz menschlicher Entscheidungen inszeniert Wang Quan’an das Beziehungsdrama. Dabei bekommt die schöne und selbstbewusste Yu Nan in der Rolle der Tuya eine starke Präsenz auf der Leinwand.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Tuya’s Marriage», China 2006, Regie: Wang Quan’an, Besetzung: Yu Nan, Bater, Senge, Baolier, Zhaya; Verleih: Frenetic Films, E-Mail: mail@frenetic.ch, Internet: http://www.frenetic.ch

Kinostart: 16. August 2007

«Tuya’s Marriage» ist Film des Monats August. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden: medientipp.ch/pdf/filmtipp_200708.pdf

 

Am Mittwoch, 15. August wird Tuya´s Marriage mit einer Einführung von Charles Martig im Lunch-Kino um 12.15 Uhr im Arthouse Le Paris in Zürich gezeigt.
Informationen: http://www.lunchkino.ch/lobby.html