The Magdalene Sisters
Vier junge irische Frauen werden in den sechziger Jahren in einem kirchlichen Erziehungsheim eingesperrt. Rose und Crispina haben ein uneheliches Kind zur Welt gebracht, Margaret wurde von ihrem Cousin vergewaltigt und Bernadette ist einfach zu attraktiv, um ein gutes Mädchen zu sein – dies alles gilt damals in der katholischen Kirche Irlands als Vergehen. In einer Wäscherei der Magdalenen-Schwestern müssen die jungen Frauen unter grossen seelischen und körperlichen Qualen Zwangsarbeit leisten. Der Film bezieht sich auf authentische Zustände in Irland und wählt die Erzählperspektive der gefangenen Frauen. Peter Mullan hat seine radikale Kritik an den katholischen Erziehungsheimen in düsteren Bildern und mit knappen Dialogen inszeniert. Sein Film ist bewusst provokativ. Er hat damit scharfe Kritik aus dem Vatikan geerntet und gleichzeitig den Goldenen Löwen am Filmfestival Venedig erobert.
Der Befreiungsschlag von «The Magdalene Sisters» richtet sich gegen die Kultur des Schweigens in der katholischen Kirche, doch Mullan lässt von Beginn seines Films an keinen Zweifel daran, dass der Magdalenen-Orden von einer rigiden und moralistischen Gesellschaft für ihre Zwecke instrumentalisiert wird. Damit richtet er seine Kritik und sein aufklärerisches Pathos gegen jede Form des moralischen Fundamentalismus.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«The Magdalene Sisters», Grossbritannien 2002, Regie: Peter Mullan, Besetzung: Geraldine McEwan, Eileen Walsh, Nora-Jane Noone, Anne-Marie Duff, Verleih: Frenetic Films, Bachstrasse 8, 8038 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 483 06 60, Fax: ++41 (0)1 483 06 61, E-Mail: mailto@frenetic.ch, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 13. Februar 2003
ausführlicher Bericht im Medienheft:
http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k19_MartigCharles.html
