The Giant Buddhas

An die 20 Tage brauchten die Taliban für die Zerstörung der zwei Riesenstatuen im Bamiyan-Tal. Nach Granaten und Flugabwehrraketen schafften es erst Bombensprengungen, die Buddhas in die Knie zu zwingen. Sie waren 1500 Jahre alt, nun erinnern nur noch gigantische Nischen im Fels an sie. Der Bildersturm vom März 2001 löste weltweite Empörung aus, doch nicht mehr.

Der Dokumentarfilmer Christian Frei unternimmt eine Annäherung an die Statuen und ihre Geschichte. Doch erzählt er weder chronologisch, noch fokussiert er den eigentlichen Zerstörungsakt. Vielmehr mäandert er durch Zeiten und Gegenden, die mit den Buddhastatuen verbunden sind. Ein ganzes Kaleidoskop von Zugängen wird sichtbar: Reisenotizen eines buddhistischen Mönchs aus dem 7. Jahrhundert lassen ihre einstmalige religiöse Bedeutung erahnen. Muslimische Bewohner des Tals kommen zu Wort, die mit dem kulturellen Erbe aus buddhistischer Zeit gelebt haben und nach den Sprengungen umgesiedelt wurden. Eine im kanadischen Exil lebende Afghanin bereist ihr zerstörtes und geplündertes Land. Und schliesslich wird auf der Suche nach Replikaten der kitschige „Oriental Buddha Kingdom Park“ in China besucht. Angefüllt mit Informationen und doch in geradezu beschaulichem Stil kreist der Film um nichts weniger als Schönheit, Wahrheit und Vergänglichkeit.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„The Giant Buddhas“, Schweiz 2005, Regie: Christian Frei, Besetzung: Dokumentarfilm; Verleih: LOOK NOW!, Internet: http://www.looknow.ch
Filmwebsite: http://www.giant-buddhas.com/de/synopsis