También la lluvia
Spektakulär fliegen riesige Holzkreuze an Helikoptern ins bolivianische Hochland. Sebastian, ein junger Regisseur dreht einen Film über Kolumbus. Mit aufklärerischem Eifer möchte er die Schattenseite der Entdeckung Amerikas aufzeigen: die Unterjochung der Eingeborenen durch die goldgierigen Spanier. Die Kreuze benötigt er für eine Szene, in der widerständische Eingeborene daran hingerichtet werden. Doch schon bald gerät der Drehplan durcheinander. Denn Daniel, ein Indio, der den indigenen Rädelsführer spielen soll, ist in den sogenannten Wasserkrieg von Cochabamba verwickelt. Dieser fand 2000 tatsächlich statt, als die bolivianische Stadt auf Druck des IWF ihre Wasserversorgung privatisierte. Schnell verdreifachte sich der Wasserpreis, wogegen sich die Bevölkerung auflehnte. Generalstreiks legten die Stadt lahm, schliesslich wurde das Kriegsrecht ausgerufen.
Hier wird eine anspruchsvolle Film-im-Film-Geschichte packend und mit Furor erzählt. Sebastian und sein auf die Finanzen fixierter Produzent Costa wollen die Entdeckung Amerikas als eigentliche Eroberung entlarven und finden sich in einer Gegenwart wieder, in der sie selbst nicht frei sind von kolonialistischem Gehabe. Dicht und spannungsvoll entwickeln sich ihre Charaktere. Während Sebastian in hilfloser Empörung verharrt, durchläuft Costa eine regelrechte Läuterung. Das Kolumbusprojekt scheitert, der Film aber überzeugt auf ganzer Linie!
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«También la lluvia» («Even the Rain»), Spanien 2010, Regie: Icíar Bollaín, Besetzung: Luis Tosar, Gael García Bernal, Juan Carlos Aduviri u.a., Verleih: Filmcooperative Zürich, http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.tambienlalluvia.com
Kinostart: 30. Juni 2011
