Tagebuch einer Kammerzofe (Journal d’une femme de chambre)
Frankreich, um 1900: Die schöne Célestine (Léa Seydou) ist Kammerzofe und hat bereits zahlreiche Male ihren Arbeitgeber gewechselt. Sie gilt als unstetig. Als ihre Pariser Agentur ihr schliesslich eine Stelle in einem bürgerlichen Haus in der Normandie organisiert, sieht sie sich schon bald mit Unmoral und Unsittlichkeit der bourgeoisen Familie konfrontiert: Geiz, Pedanterie und sexuelle Bedrängnis gehören zum Alltag. Die junge, selbstbewusste Frau aber lässt sich nicht alles gefallen und freundet sich bald schon mit dem antisemitischen Gärtner Joseph (Vincent Lindon) an. Später beschliessen die beiden, das Silber von Madame und Monsieur zu stehlen und damit einen Neuanfang zu wagen. Benoît Jacquot inszenierte eine sinnliche und faszinierende Adaption (BE/FR 2014) des gleichnamigen Romans von Octave Mirbeau. Das Drama wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem von Jean Renoir (1946) mit Paulette Goddard in der Hauptrolle sowie von Luis Buñuel (1964) mit Jeanne Moreau
