Sternstunde Religion. Spirituelle Wege im Bündnerland 2/3: Oberhalbstein

Im Jahr 1580, zu Beginn der sogenannten Gegenreformation, sorgte im bündnerischen Oberhalbstein eine mehrfache Marienerscheinung für Aufsehen. Die Muttergottes soll im hochalpinen Gelände von Ziteil einem Mädchen und einem Hirtenknaben erschienen sein. Sie habe die Kinder eindringlich gewarnt, dass es dem Oberhalbsteiner Volk schlecht erginge, wenn es nicht Busse tue und sich bessere. Die Botschaft war klar: Die Oberhalbsteiner sollten sich vom reformierten Glauben fernhalten. Noch heute wird auf Ziteil der Maria gehuldigt. Dies zeigt sich in der erstaunlichen Dichte an sehenswerten Kirchen und Kapellen. Auch die Kapuzinermönche, die teilweise aus dem Tal stammten, haben zur tief verwurzelten Spiritualität beigetragen. Diese hat sich selbst in modernen Zeiten erhalten können. Innovative Geister wie der in Savognin aufgewachsene Origen-Gründer Giovanni Netzer transformieren die alten Traditionen in ihrer Kunst. Norbert Bischofberger erkundet das Oberhalbstein, das heute in der Gemeinde Surses zusammengefasst wird