Stationen. Franziskus – ein Papst zwischen den Fronten
Auch im neunten Jahr seines Pontifikats gibt dieser Papst Rätsel auf. Progressive Christen und Christinnen, gerade auch in Deutschland, sind enttäuscht. Sie hatten sich von Papst Franziskus entschlossenere Reformen und eine noch entschiedenere Haltung im Missbrauchsskandal erwartet. Rücktrittsgesuche prominenter deutscher Bischöfe lehnte der Papst ab. Konservative Gläubige und Bischöfe warnen hingegen, unter dem Papst aus Argentinien breite sich religiöse Beliebigkeit aus. Und auch im Inneren des Vatikans tut Franziskus sich schwer mit der Aufklärung von Finanzaffären und der Umsetzung von Reformplänen.
Darüber hinaus plagen den 85-Jährigen gesundheitliche Probleme. Trotzdem konnte Franziskus nach einer langen Corona-bedingten Pause 2021 wieder mehrere Reisen unternehmen. Sie führten auch dieses Mal «an die Ränder». Im Irak sprach er der bedrängten christlichen Minderheit Mut zu und vertiefte das Gespräch mit dem Islam. In der Slowakei waren Begegnungen mit diskriminierten Roma-Gemeinden ein Schwerpunkt seines Besuchs
