Stationen. Botschafter auf allen Kanälen – Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Frühaufsteher können ihm im Englischen Garten begegnen, wenn er für Instagram und Facebook eine kurze Botschaft aufnimmt, ausgestattet mit Selfie-Stick und Smartphone: Heinrich Bedford-Strohm ist das Gesicht der Evangelischen Kirche in Deutschland. In dieser Funktion versteht sich der bayerische Landesbischof vor allem als Botschafter seiner Kirche. Ein Botschafter auf allen Kanälen. Er spricht am Vormittag auf einer Konferenz mit Politikern über einen gerechteren Welthandel und am Nachmittag beim Gemeindebesuch mit Kirchenmitgliedern über die Sanierung des Kirchturms. Er steigt für eine christliche Biker-Tour aufs Motorrad und hat auch sonst keine Berührungsängste. Doch Bedford-Strohm kann auch polarisieren. Vor allem sein Engagement für die private Seenotrettung von Bootsflüchtlingen ist innerhalb und ausserhalb der Kirche umstritten. Ein anderes grosses Thema ist die Auseinandersetzung mit dem Missbrauch Schutzbefohlener in evangelischen Gemeinden und Einrichtungen. Hier liege, sagt er, die dunkelste Erfahrung seiner bisherigen Amtszeit als Ratsvorsitzender und Bischof