SIGNIS-Präsident verteidigt den Film „Die Versuchung des Pater Amaro“
(medientipp) In einer Stellungnahme äussert sich Peter Malone, Präsident der internationalen katholischen Medienorganisation SIGNIS, zum umstrittenen mexikanischen Film „El Crimen del Padre Amaro“ von Carlos Carrera.
Der Film, der als bester ausländischer Film für den Oscar nominiert wurde, war in Mexiko ebenso ein Skandal wie ein Publikumserfolg. Für Kontroversen sorgte die Darstellung der Kirche in ihrer Verbindung zu politischer und ökonomischer Macht. Es werden Priester gezeigt, die in Geldwäscherei, Drogengeschäfte und Liebschaften verwickelt sind. Malone hält in seiner Stellungnahme fest, dass der Film den Konventionen der populären lateinamerikanischen Fernsehnovellen folgt, die ihre Figuren gerne karikieren und auf Emotionalisierung setzen. Das kann auf die Zuschauer anderer Kulturkreise befremdlich wirken. Laut Malone verurteilt der Film nicht den Klerus generell, sondern kritisiert den Machtmissbrauch und das Fehlverhalten einiger Kleriker. Entsprechend sieht Malone den Film als eine Aufforderung zur Gewissenserforschung und zum Nachdenken über die Notwendigkeit von Reformen.
„El Crimen del Padre Amaro“ („Die Versuchung des Pater Amaro“), Mexiko 2002, Regie: Carlos Carrera, Besetzung: Gael Garcia Bernel, Sancho Gracia, Ana Claudio Talancon, Internet: http://www.padreamaromovie.com, Kinostart: 15. Mai 2003
