Sein letztes Rennen
Die Averhoffs sind in die Jahre gekommen. Als Margot ein weiteres Mal einen Schwächeanfall erleidet, insistiert die Tochter, dass die Eltern Haus und Garten endlich aufgeben. Birgit lebt alleine und ist als Flugbegleiterin ständig auf Achse. Notgedrungen beziehen Paul und Margot ein gemeinsames Zimmer im Altersheim. Der neue Alltag ist gewöhnungsbedürftig: Den Augen der Heimbewohner entgeht nichts. Die beiden fühlen sich bevormundet und bedrängt. Beim Basteln von Kastanienmännchen platzt Paul der Kragen: Hier möchte er nicht bleiben! Margot aber weiss, dass das das Ende ist. Wie in jungen Jahren beginnt Paul im Park zu laufen, überwacht von seiner Frau mit der Stoppuhr in der Hand. Als die Heimbewohner in Paul den Marathon-Olympiasieger von 1956 erkennen, weckt das bei allen schöne Erinnerungen. Doch Pauls Training bringt viel Unruhe in den Heimalltag; erst recht, als er das Rennen gegen einen jungen Pfleger gewinnt.
Dieter Hallervorden ist die Rolle auf den Leib geschrieben. Die Komödie erzählt nicht bloss eine wunderbare Liebesgeschichte, sondern hinterfragt kritisch gesellschaftliche Entwicklungen im Umgang zwischen Jung und Alt. Regisseur Kilian Riedhof gelingt es, die Sorgen und Nöte zweier Generationen aufzuzeigen. Er klammert die Probleme in den Pflegeheimen nicht aus, stellt ihnen aber Menschen gegenüber, die bereit sind etwas zu riskieren. Mit ihrem regelwidrigen Verhalten stossen sie positive Veränderung an.
Monica Lienin, Redaktorin Medientipp
monica.lienin@medientipp.ch
«Sein letztes Rennen», 114 Minuten, Deutschland 2013, Regie: Kilian Riedhof, Besetzung: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch; Verleih: Arthouse Commercio Movie AG, http://www.arthouse.ch, Filmwebsite: http://www.sein-letztes-rennen.de
Kinostart: 22. Mai 2014
