Schulden G.m.b.H.

Da sind Beamte, Polizisten, Detektivinnen, Kassierer, Gerichtsvollzieher und -vollstrecker. Sie klopfen an, sie rufen, sie brechen Türen auf und nehmen mit, was sich veräussern lässt: alte Polstergruppen, Fernseher, Bürostühle, Krawatten, Unterwäsche, Anzüge. Und schon stehen bei der Auktion die Bieter an: die Stammkunden sind gespannt und bereit, hier und dort zuzuschlagen, wo es sich offensichtlich um ein Schnäppchen handelt.

Doch um wen geht es in diesem Film? Im Zentrum stehen Menschen, die von der Oberfläche verschwunden sind, sich verstecken, untertauchen. Sie wissen weder ein noch aus, weil sie von ihrem Schuldenberg erdrückt werden. Ihre Situation wird ausgenutzt: Einmal in der Schuldenfalle gefangen, gibt es kein Entkommen. Sie erliegen immer wieder der Hoffnung, ihre Schulden in Guthaben umzuwandeln und vertrauen auf falsche Versprechungen.

Eva Eckert ist ein eindrücklicher sozialpolitischer Dokumentarfilm gelungen, der den Verlockungen und Folgen von Kleinkrediten nachgeht. Er führt uns durch Spielkasinos und gepflegte Wohnquartiere und immer wieder vor andere Haustüren, hinter denen neue Armut hockt.

Brigitte Affolter, reformierte Pfarrerin am Pilgerweg-Bielersee*
brigitte.affolter@bluewin.ch

«Schulden G.m.b.H.», Österreich 2013, Dokumentarfilm von Eva Eckert, Verleih: Cinélibre, Filmwebsite

*Brigitte Affolter ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.

«Schulden G.m.b.H.» ist in folgenden Programmkinos zu sehen

1. bis 6. Mai: Kino Kunstmuseum, Bern
Im Anschluss an die Vorstellung am Freitag, 2. Mai, folgt um 18.00 Uhr eine Diskussion mit Alexandra Herren, Stabsmitarbeiterin bei der Bereichsleitung des Sozialdienstes der Stadt Bern, und Mario Roncoroni, Fürsprecher, Co-Leiter Berner Schuldenberatung.

2. bis 7. Mai: Kino Xenix, Zürich