Schiza
Schiza ist 15 und lebt irgendwo in Kasachstan. Er spricht nicht viel und wird wohl deswegen von einigen unterschätzt. Sein Leben spielt sich zwischen illegalen Boxkämpfen und einer ersten zaghaften Liebe ab. Orientierung gibt es nicht in dem brachliegenden Land, wirtschaftliche Aussichten schon gar keine. Archaisch herrscht das Recht des Stärkeren. Und doch bahnt sich Schiza – umgeben von Kriminalität und Gewalt – beharrlich und bauernschlau seinen Weg.
Filme aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion gelangen zunehmend in europäische Kinos und mit ihnen die geographische und kulturelle Weite Eurasiens. Verbindungen zur Tradition Eisensteins oder Tarkowskijs sind spürbar, doch werden stilistisch eigene Wege beschritten, wohltuend anders als in westlichen Mainstreamprodukten. Die comming-of-age story von „Schiza“ ist hierfür ein aktuelles Beispiel. Auf das Wesentliche konzentriert wird sie in weitgespannten Bildern erzählt. Diese vermitteln die Sprödigkeit eines Landes, in dem Boxkämpfe tatsächlich zum Überleben im struggle for live gehören. Doch hier braucht es keine pathetischen Sätze à la Clint Eastwood, denn Story und Bildsprache illustrieren sich wechselseitig.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Schiza – fifty-fifty», Kasachstan/Russland 2004, Regie: Guka Omarowa, Besetzung: Olschas Nusuppajew, Eduard Tabischew, Olga Landina; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch
Kinostart: 28. April 2005
