Schätze der Welt – Erbe der Menschheit, Speicherstadt und Chilehaus in Hamburg

Seit Juni 2015 zählt die 1888 als grösstes Lagerhaus-Ensemble der Welt erbaute Hamburger Speicherstadt mit benachbartem Chilehaus zum UNESCO-Weltkulturerbe. Den Freihafenstatus ringt die Hansestadt 1881 Reichskanzler Bismarck ab. In nur sechs Jahren stampfen die Hamburger das grösste Lagerhaus-Ensemble der Welt aus dem Boden. Dafür muss ein ganzer Stadtteil weichen, knapp 20’000 Menschen werden vertrieben. Im Schutz des Kaiserreichs blüht der Handel auf. Die Hansestadt steigt bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges nach London, New York und Rotterdam in die Liga der bedeutendsten Häfen der Welt auf. Lange gilt der Hamburger Hafen als Monument der ruhmreichen Geschichte von hanseatischem Kaufmannsgeist und Keimzelle feiner Profite. Dass dieses rapide Wachstum nicht nur der Speicherstadt zu verdanken ist, sondern vor allem der von hanseatischen Kaufleuten angestossenen rigorosen deutschen Kolonialpolitik, wird bis heute gerne unterschlagen. Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise dämpfen den hanseatischen Kaufmannsgeist