Salman Rushdie – Den Tod im Nacken
Mehr als zehn Jahre war der britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie auf der Flucht. Er musste sich verstecken, stand unter Polizeischutz, wechselte immer wieder Identität und Wohnsitz. Der Grund: das Todesurteil, das der iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1989 in seiner Fatwa als Reaktion auf sein als blasphemisch eingestuftes Werk «Die satanischen Verse» gegen ihn aussprach. Damals war sich noch kaum jemand bewusst, welche blutigen Folgen der neu erstarkte muslimische Fundamentalismus mit sich bringen würde. Rushdie lebte in ständiger Angst, zog zigmal um und überlebte rund 20 Mordanschläge. Die Fatwa der Mullahs wurde zwar inzwischen aufgehoben, doch die iranische Presse ruft noch immer zur Hinrichtung des Schriftstellers auf. Bei manchen öffentlichen Auftritten gelten weiterhin besondere Sicherheitsmassnahmen, doch Rushdie selbst scheint die Angst hinter sich gelassen zu haben
