Saint Ralph

Die Suche nach Wundern ist in der Filmgeschichte weit verbreitet. Aber selten zeigt sie sich mit so grosser Herzenswärme und so viel Humor wie im kanadischen Film «Saint Ralph». In der katholischen Schule begegnet der Neuntklässler Ralph seinem Religionslehrer Father Hibbert. Gemeinsam ist Ihnen die Leidenschaft für den Langstreckenlauf. Das tägliche Rennen wird für den Jungen sehr wichtig, denn er leidet unter dem Verlust der Eltern: Sein Vater ist im Krieg gefallen und seine Mutter liegt komatös im Spital. Nur ein Wunder kann sie noch retten. Und so setzt sich Ralph in den Kopf, dass er ein Wunder vollbringen muss, damit sie wieder erwacht. Er ist fest entschlossen, den Boston Marathon 1959 zu gewinnen.

Michael McGowan hat sowohl das Drehbuch verfasst als auch Regie geführt. Er erzählt die Geschichte mit ironischen Zwischentönen. Die Kapitelüberschriften sind katholischen Schutzheiligen gewidmet, deren Wirkmacht augenzwinkernd auf die jeweilige Lebenssituation von Ralph ausgerichtet ist. Seine Jagd nach dem Wunder ist mit typischen Klischees der katholischen Lebenswelt der 50er-Jahre gespickt. Das Repertoire reicht vom Beichtstuhl bis zum ersten Kuss in der Sakristei. Doch all die frechen Szenen werden überstrahlt von der Frische und Direktheit, die Adam Butcher als Ralph in den Film hineinträgt. Erst diese Leistung macht den Film zu einem Juwel.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Saint Ralph», Kanada 2005, Regie: Michael McGowan, Besetzung: Adam Butcher, Campbell Scott, Gordon Pinsent, Jennifer Tilly, Verleih: Ascot Elite, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.saintralphmovie.com/

Kinostart: 6. Oktober

Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden: http://www.kath.ch/pdf/filmtipp_1005.pdf