Rhaissa, Lora und Yi-Chun
(medientipp) Seit über zehn Jahren berichtet die Dokumentationsreihe über 17-jährige Mädchen aus verschiedenen Ländern der Welt. In jeweils 30 Minuten stellen internationale Filmemacherinnen das Leben eines Mädchens vor.
In der Reihe „Mädchengeschichten“, einer Produktion von 3sat und ZDF, führen ausschliesslich Frauen Regie. Somit zeichnen die Frauen von heute, die Träume und Lebensentwürfe der Frauen von morgen auf. Einige der Filmemacherinnen sind gleicher Herkunft wie ihre Protagonistinnen. Damit gibt die Reihe auch Einblick in die unterschiedlichen dokumentarischen Erzählweisen internationaler Regisseurinnen.
Die erzählten Lebensgeschichten sind breit gefächert. Da ist zum einen das Mädchen Rhaissa aus dem westafrikanischen Wüstenstaat Niger (6. Juli). Der junge Bauer Effad hat um ihre Hand angehalten und die Eltern haben zugestimmt. Obwohl sich Rhaissas Freundin Fatima über den zukünftigen Ehemann lächerlich macht, wird Rhaissa ihn trotzdem heiraten. Ganz ein anderes Leben führt ihre Altersgenossin Lora aus Bulgarien. Die Dokumentation „Lora vom Kirschbaum“ (21. September) erzählt, wie das Mädchen im Alter von zehn Jahren einfach von ihrer Mutter bei den Grosseltern in Bulgarien zurückgelassen wird. Sieben Jahre später arbeitet Lora als Bedienung in einer Nachtbar in Sofia. Ihre Arbeitskleidung ist ein eng geschnürtes Korsett, rote Stiefelchen, Minirock und ein gewinnbringendes Lächeln. Die 17-jährgige Yi-Chun aus Taipeh steht dagegen unter strenger Beobachtung ihres Vaters. Sie ist Tanzschülerin am Chiang-Kai-Shek-Gymnasium. Der Film (24. August) berichtet vom enormen Druck, der auf den taiwanesischen Mädchen der Mittelschicht lastet. Zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, sind sie dem harten Konkurrenzdruck des Schulalltags ausgesetzt. Anstatt jugendlicher Unbeschwertheit dominieren Disziplin, Ehrgeiz und Ausdauer den täglichen Kampf um die besten Startchancen.
Alle porträtierten jungen Frauen, die heute noch auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein stehen, müssen gegen Schwierigkeiten ankämpfen und ihren eigenen Weg im Leben finden. Dabei gehen die Lebensentwürfe weit auseinander. Rhaissa beugt sich der Tradition der arrangierten Ehe, Yi-Chun arbeitet jeden Tag ehrgeizig an ihrer Karriere und Lora versucht einen Neuanfang, indem sie ihre Mutter in Athen besucht. Anlässlich des Jubiläums zeigt 3sat von Juni bis Oktober dreizehn Mädchengeschichten in Folge, vier davon in Erstausstrahlung.
Jeweils sonntags, 18.00 Uhr, 3sat:
„Tanja rockt!“, 1. Juni, Erstausstrahlung
„Good Morning Hanoi“, 15. Juni
„Schwestern der langen Nacht“, 6. Juli
„Weit weg von hier“, 20. Juli, Erstausstrahlung
„Adriana in Athen“, 3. August
„Markéta Raketa“, 10. August
„Shea – Surfergirl“, 17. August
„Made in Taiwan“, 24. August
„Rabenschwester“, 31. August, Erstausstrahlung
„Maroc en vogue“, 14. September
„Lora vom Kirschbaum“, 21. September, Erstausstrahlung
„Die Akkordeonspielerin“, 28. September
„Blumen vom Mars“, 5. Oktober
http://www.3sat.de/film/reihen/61777/index.html
| Neben „Mädchengeschichten“ ist „Fremde Kinder“ eine 3sat-Dokumentarfilmreihe, die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt widmet. Die ebenfalls 30-minütigen Dokumentationen zeigen die Kinder in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen und verleihen ihnen eine Stimme. Seit April 2008 werden die Dokumentarfilme „Fremde Kinder“ und „Mädchengeschichten“ abwechselnd am Sonntag, um 18.00 Uhr, im 3sat-Programm gezeigt. Programm „Fremde Kinder“: http://www.3sat.de/film/reihen/61725/index.html |
