Revanche
Dem Musterpaar Susanne und Robert im Musterhaus am Waldrand fehlt nur noch ein gemeinsames Kind. Dem anderen Paar in der Stadt fehlt eigentlich alles: Freiheit, Heimat, Geld. Die Prostituierte Tamara und Alex, der Handlanger des Bordells, lieben sich im Geheimen. Nach einem Banküberfall, den Alex als Start in ein sorgenfreies Leben geplant hat, kommt Tamara um. Alex flüchtet auf den Hof seines Grossvaters und erfährt bald, dass im benachbarten Musterhaus der Polizist Robert lebt, der Tamaras Tod verschuldet hat. Während er Tag für Tag verbissen Holz für seinen Grossvater hackt, sinnt er über Rache nach.
Alle Figuren könnten Klischees sein, sind es aber nicht. Genau dies macht den besonderen Reiz des Films aus. Das Eigentliche, und dies ist letztlich sehr viel, entwickelt sich zwischen den Szenen. Die minimalistische Inszenierung verzichtet mit Ausnahme der unnötig ausufernden Darstellung des Rotlichtmilieus zu Beginn auf billige Effekte. Ist der Film einmal auf dem Land angekommen, kommt er auch zu sich selbst und sucht stoisch immer wieder die gleichen Schauplätze auf, die je nach Zustand der Figur verändert wirken. Die knappen, oft typisch österreichischen Dialoge bringen auf den Punkt, was Sache ist. Und ganz unmerklich findet die Geschichte von ihrer düsteren Verstricktheit zu einem optimistischeren Ton.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
„Revanche“, Österreich 2008, Regie: Götz Spielmann, Besetzung: Johannes Kirsch, Ursula Strauss, Irina Potapenko, Andreas Lust; Verleih Cineworx, Internet: http://www.cineworx.ch, Filmwebsite: http://www.revanche.at
Kinostart: 18. Juni 2009
| Tod, Schmerz und Rache im Film „Revanche“ Radio-Sendung Reflexe vom 23. Juni 2009 http://www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/reflexe/2741.sh10087164.html |
