Re: Bier statt Messwein. Ein Deutscher Pfarrer in Tschechien

Phillip Irmer hat zum Schlachtfest geladen. Ein grosses Schwein und zwei Fässer Bier sollen die Dorfgemeinschaft fördern. «Phillip Bier». Benannt nach ihm, Pfarrer Philipp Irmer. Wenn er zum Gottesdienst einlädt, kommt fast niemand. Denn Philipp Irmer ist Pfarrer in einer der Atheisten-Hochburgen Europas. Nordböhmen in Tschechien, ein Landstrich, der noch immer von den Folgen des Zweiten Weltkriegs gezeichnet ist. Diese Region gilt als sozialer Brennpunkt, in weiten Teilen verwaist, gekennzeichnet von Armut, Vertreibung, Verfall und Spannungen mit Minderheiten. Und Pfarrer Irmer mittendrin. Da die Leute nicht zu den Predigten kommen, muss Irmer neue Wege gehen. Irmer öffnet demonstrativ die Tore – mit einem Schlachtfest statt dem Abendmahlskelch. Er renoviert mehrere Kirchen der Region gleichzeitig, dafür muss dringend Geld her. Wie schon zu alten Zisterzienser-Zeiten soll das Bier es bringen, also investiert er in Brauereien. Viele Menschen hier begegnen ihm mit Skepsis: Manche, weil er Pfarrer ist, andere, weil er Deutscher ist