Playland USA
Das postfaktische Zeitalter begann 1492. Oder: Die Arche landete einst im gelobten Land, den Vereinigten Staaten von Amerika. Benjamin Schindlers poetischer Dokumentarfilm «Playland USA» zeigt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten vor allem als eins der unbegrenzten Identitätsbildungen zwischen Popkultur und christlichem Glauben. Realität und Inszenierung, Traum und Wahnsinn, Sakrales und Banalität geraten dabei in einen Strudel, in den sich auch der Film selbst stürzt. Die Welt ist aus dem «American Dream» aufgewacht – spätestens nachdem die Wirklichkeit von der inszenierten Fiktion übertrumpft wurde. Wenn aber nach dem Traum die Fiktion kommt, wo war und ist dann eigentlich die Realität? In imposanten Kinobildern zeichnet der Film einen Bogen von der Arche Noah zur Eroberung fremder Planeten. Die assoziative Montage nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch schaurig-schöne Bilderwelten und verweist auf deren kollektive emotionale Steuerung durch Politik, Werbung und Popkultur
