Ökumenischer Preis für Atom Egoyan in Cannes
(medientipp) Der kanadische Regisseur Atom Egoyan erhielt in Cannes den Preis der Ökumenischen Jury. Sein Film „Adoration“ erzählt von Simon, einem Jugendlichen, der nach seiner Identität sucht.
Simon hat früh seine Eltern verloren und wächst bei seinem Onkel auf. In einer Übersetzungsübung in der Schule, die auf einem Tatsachenbericht beruht, glaubt Simon seine Familiengeschichte wieder zu erkennen. Er sieht in seinem Vater einen Terroristen, der gewillt war, seine schwangere Freundin zu opfern. Als Simon seine Geschichte nicht nur in der Schule vorliest, sondern auch noch im Internet platziert, löst dies unerwartete Reaktionen aus. Für die Jury muss sich Simon „mental und emotional mit den dabei aufgeworfenen Fragen auseinandersetzen.“ Sie hält in ihrer Begründung ferner fest: „Indem der Filmregisseur traditionelle und aktuelle Symbole und Objekte aufgreift, lädt er uns ein, bestehende Klischees über den Anderen, über das unserer eigenen Kultur und Religion Fremde, neu zu bewerten.“
In der diesjährigen Ökumenischen Jury waren vertreten: René Aucourt (Frankreich), Präsident, Alyda Faber (Kanada), Margrit Frölich (Deutschland) Marie-Thérèse Kreidy (Libanon), Lukas Jirsa (Tschechien), Joël Baumann (Frankreich)
Bilder der Preisverleihung:
cannes.juryoecumenique.org
Gespräch mit Atom Egoyan und Filmtrailer:
http://www.arte.tv/de/film/CANNES-2008/Alle-Filme/2051076.html
Offizielle Festivalwebsite:
http://www.festival-cannes.fr
