Noah
Biblische Stoffe sind wieder im Trend: Noah, Moses und Jesus kommen als Helden zurück ins Kino. Gründe dafür gibt es viele: Seit dem Ritterschlag der Fantasy durch Peter Jacksons Herr-der-Ringe-Trilogie gibt es ein neues Genre, das dem Bibelfilm zur Renaissance verhilft. Zudem erscheint mit den digital natives eine Generation, die mit der biblischen Mythologie nicht mehr vertraut ist und unbelastet in dieses Erzähluniversum eintauchen kann. Nun wird es für Filmproduzenten wieder lukrativ, universale Geschichten zu erzählen, die sich weltweit vermarkten lassen. Den Reigen eröffnen die Paramount Studios mit der «Noah», das Kinojahr 2014 wird ausklingen mit Ridley Scotts «Exodus: Gods and Kings».
Bei Noah sind es die Leerstellen, die sich für das Kino anbieten: Der Kampf um die Arche als epochale Schlacht, die Frage des Bösen, die Auslöschung der Menschheit in einem Katastrophenszenario und das existenzielle Drama in Noahs Familie. Doch Darren Arronofski will mehr als nur routiniertes Genre-Kino. Er stellt hartnäckig die Frage, ob Gott die Welt mit oder ohne Menschen wieder neu beginnen lassen möchte. Durch die Erzählung leuchtet eine ökologische Fundamentalkritik, die sich schliesslich in einem neuen Bund mit der Natur aufhebt. Es kostet viel Blut, Schweiss und Tränen bis die Helden in diesem Epos zwischen Gewalt und Barmherzigkeit gewählt haben. «Noah» ist mehr als nur ein Bibelfilm und mehr als blosse Fantasy.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Noah», USA 2014, Regie: Darren Arronofski, Besetzung: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Anthony Hopkins, Emma Watson; Verleih: Paramount Pictures, Filmwebsite: http://www.noahmovie.com/intl/de
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