Moon

Was für eine schöne Zukunft: Der Energiebedarf der Erde wird durch Helium-Abbau auf dem Mond gedeckt. Nur ein einziger Mensch muss den Maschinenpark am Laufen halten, begleitet von einem sprechenden Roboter, der darauf programmiert ist, ihn voll und ganz zu unterstützen. Doch kurz vor Ablauf seines dreijährigen Aufenthalts macht Sam seltsame Entdeckungen und steht plötzlich seinem eigenen Klon gegenüber. Allein mit sich selbst auf der dunklen Seite des Mondes – was wird passieren?

Ein Science-Fiction ganz ohne Knalleffekte oder Aliens. Wie in den Klassikern «2001: A Space Odyssey» (Kubrick 1968) und «Solaris» (Tarkowski 1972), die liebevoll zitiert werden, entdeckt der Mensch in den Weiten des Weltraums sich selbst als das unbekannteste aller Universen. Das Kammerspiel mit Sam Rockwell in der Doppelrolle des Astronauten Sam ist in einer robusten Mondstation angesiedelt und thematisiert die alten philosophischen Fragen des Science-Fiction nach der Verantwortung von Wissenschaft und der Weiterentwicklung, ja Selbstwerdung des Menschen. Zukünftige technische Möglichkeiten bilden nur das mehr oder weniger futuristische Dekor. Die unerlässliche Anbindung an die Vergangenheit findet in der Namensgebung der vier archaisch anmutenden Helium-Erntemaschinen seinen Niederschlag, die ganz evangelisch Matthew, Mark, Luke und John heissen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Moon», England 2009, Regie: Duncan Jones, Besetzung: Sam Rockwell, Dominique McElligott, Kevin Spacey (Stimme); Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: http://www.sonyclassics.com/moon/

Kinostart: 22. Juli 2010