Monteverdi – Der Ursprung der Oper

Herzog Francesco IV. Gonzaga hatte «L’Orfeo» bei seinem Hofkomponisten Claudio Monteverdi in Auftrag gegeben, um vor allem eines zu erreichen: Er wollte die Medici in Florenz übertrumpfen und die Überlegenheit seines kleinen, zwischen den mächtigen Nachbarn Mailand und Venedig liegenden Herzogtums unter Beweis stellen. Claudio Monteverdi übertraf die Erwartungen des Herzogs noch und legte mit seiner Oper den Grundstein für eine neue Gattung. Zur Entstehung von «L’Orfeo» haben gleichermassen politische wie künstlerische Aspekte beigetragen: Zwischen 1550 und 1650 erlebte Europa einen tiefgreifenden und unglaublich schnellen Wandel. Der Buchdruck und die damit verbundene Verbreitung von Druckerzeugnissen, die Reformationsbewegung, die Eroberung der Neuen Welt und die kopernikanische Theorie führten zu einem Paradigmenwechsel und läuteten letztlich die Moderne ein. Claudio Monteverdi ist ein typischer Vertreter dieser Epoche; in seiner Musik spiegelt sich der Zeitgeist eines Jahrhunderts wider, das Galilei, Montaigne und Rubens hervorbrachte