mona lisa smile
In einer Zeit, in der ein Staubsauger zu Weihnachten als Traum der perfekten Hausfrau gilt, ist es schwer, junge Mädchen zu unterrichten, die den Sinn des Lebens im Ehefrauendasein sehen. Das bekommt auch die Kunstdozentin Katherine (Julia Roberts) zu spüren, als sie am renommierten Wellesley-College anfängt. Doch die ambitionierte Lehrerin gibt nicht auf. Sie will den Studentinnen die Augen öffnen, nicht nur für moderne Kunst, sondern auch dafür, eigene Entscheidungen zu treffen.
Der Film spielt in der McCarthy-Ära, Konservatismus und Anpassung stehen hoch im Kurs. Frauen, die zu Kriegszeiten Berufe der abwesenden Männer ausübten, sind bestens versorgt, wenn sie mit Dauerwelle und frischer Bluse am Herd stehen und wissen, wie sie dem Boss ihres Gatten den Tee richtig servieren. In diese gezwungene und latent aggressive Zeit ist die Geschichte um die fortschrittliche Katherine und ihre zwischen Tradition und Aufruhr schwankenden Studentinnen eingebettet. Die Auseinandersetzung mit Kunst tritt dabei hinter einzelne Liebesgeschichten zurück. Sie wirkt stellenweise als Aufhänger für die Botschaft der jungen Dozentin, die ihre Schülerinnen zum eigenständigen Denken ermutigt. Und doch sind Bilder und die Frage des äusseren Scheins geheimes Thema des Films. Schliesslich ist es mit der Mona Lisa wie mit der perfekten Hausfrau: Wer weiss, ob sie hinter ihrem Lächeln glücklich ist?
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«mona lisa smile», USA 2003, Regie: Mike Newell, Besetzung: Julia Roberts, Kirsten Dust, Maggie Gyllenhaal, Verleih: Buena Vista International Schweiz, Internet: http://www.buenavista.com, Filmwebsite: http://www.mona-lisas-laecheln.de
