Melancholia

Zwei ungleiche Planeten kollidieren und das bedeutet den Untergang der Erde. Zwei gegensätzliche Schwestern erleben eine Hochzeitsfeier und das bedeutet grandioses Scheitern. Der bedrohliche Himmelskörpers Melancholia bildet das Leitmotiv des Filmes und spiegelt gleichzeitig die Befindlichkeit der Braut Justine, die während ihrer Hochzeit in eine Depression verfällt. Ihr gegenüber steht die vernünftige Claire, die für Ordnung sorgt und ihre Schwester nach dem Zusammenbruch auffängt. Je näher der geheimnisvolle Planet an die Erde heranrückt, desto mehr lebt Justine auf. Für Claire bricht hingegen eine Welt zusammen.

Mit grossen Gesten inszeniert Lars von Trier diese Parallele zwischen kosmischen Ereignissen und menschlichen Beziehungen. Trotz der Hoffnungslosigkeit zeigt sich in der apokalyptischen Wende eine Zärtlichkeit im Blick auf die beiden Charaktere. Kirsten Dunst als Justine und Charlotte Gainsbourg als Claire überzeugen mit ihrer konsequenten Umsetzung der Frauenrollen. Es handelt sich um einen ungewöhnlich versöhnlichen Film für den dänischen Regisseur, der das Aufeinandertreffen von Gegensätzen liebt. Nach dem verfremdenden «Dogville» (2003) und dem verstörenden «Antichrist» (2009) ist ihm nun ein ästhetischer Katastrophenfilm gelungen, der die Befindlichkeit existenzieller Verzweiflung in die tragische Schau einer zärtlichen Schwestern-Liebe verwandelt.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Melancholia», Dänemark/Schweden/Frankreich 2011, Regie: Lars von Trier, Besetzung: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland; Verleih: Frenetic Films, http://www.frenetic.ch, Filmwebsite: http://www.melancholiathemovie.com

Kinostart: 17. November 2011

«Melancholia» ist unser Film des Monats November und als pdf abrufbar.
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«Melancholia» im Filmgespräch
Sonntag, 20. November, 11.00–14.00 Uhr, Kino RiffRaff Zürich