Mehr Zensur wagen? Der Kampf gegen Hass im Netz

Die Illusion des Internets als heilbringender Ort der Demokratie ist gestorben. Spätestens seit den Anschlägen von Halle und Christchurch, die ihren Ursprung in hasserfüllten Onlineforen hatten, muss der Umgang mit «Hatespeech» im Netz überdacht werden. Haben soziale Netzwerke die Pflicht, Inhalte zu überwachen? Und soll der Staat sie dazu zu zwingen? Facebook und Co seien «die grössten Propagandaapparate der Geschichte» sagt der Komiker Sacha Baron Cohen in seiner millionenfach geteilten Rede vor der «Anti Defamation League» in New York. Facebook hätte in den «1930er-Jahren Hitler erlaubt, 30-Sekunden-Werbeclips über seine Lösung des Judenproblems zu schalten», mutmasst der Brite. Nichts weniger als die Demokratie sei in Gefahr. Für andere stellt sich hingegen die Frage: «Wie gut nutzen wir als Gesellschaft die Technologien?»  Letztlich sind sie nur Plattformen für Inhalte. Die Schriftstellerin Eva Menasse schlägt vor, das Rechtssystem «komplett zu ändern». Diffamierungen im Netz müssten härter bestraft werden, als im analogen Raum