Maria Magdalena

Mi 15.08.,
medientipp

Eine Frau in den Wehen. Maria wird gerufen und bringt die Gebärende mit Worten und eindringlichen Blicken dazu, sich zu beruhigen. Mutter und Kind überstehen die schwierige Geburt. Maria hingegen wird noch einige Hindernisse bewältigen müssen, bis sie selbst neu geboren werden kann. Nachdem sie sich einer arrangierten Ehe verweigert und eine Dämonenaustreibung überstanden hat, schliesst sie sich dem fremden Rabbi Jesus und seinen Jüngern an, die auf ihrer Mission auch Magdala besuchen. Zwischen Jesus und Maria besteht vom ersten Augenblick an eine Seelenverwandtschaft. Maria versteht – anders als die Jünger – die Botschaft der Gleichnisse, die Jesus erzählt. Und obwohl Maria immens leidet, begreift sie, weshalb sich Jesus kreuzigen lässt. Nachdem sie mit dem Auferstandenen gesprochen hat, berichtet sie den anderen Aposteln davon. Diese nehmen sie aber nicht für voll. Das kümmert Maria aber nicht. Sie verkündet: «Ich werde nicht schweigen. Ihr werdet von mir hören» und geht.

Der Spielfilm von Garth Davies versucht einerseits, aus der Perspektive von Maria die Jesusgeschichte der Evangelien neu zu erzählen. Dies gelingt nur teilweise. Zu sehr ist Davies den Konventionen des Jesusfilms verpflichtet, als dass er ganz neue filmische Wege wagen und Maria noch mehr zum Zentrum des Geschehens machen würde. Andererseits gibt es immer wieder eindringliche Szenen, die durchaus zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Maria von Magdala – von der Kirche viel zu lange als Prostituierte abgetan – und der Rolle der Frauen  bei der Verbreitung der christlichen Botschaft führen können.

Natalie Fritz, Religionswissenschaftlerin und Redaktorin Medientipp

«Maria Magdalena» («Mary Magdalene»), Vereinigte Staaten von Amerika, Grossbritannien, Australien 2018, Regie: Garth Davies, Besetzung : Rooney Mara,; Joaquin Phoenix; Chiwetel Ejiofor; Verleih: Universal Pictures International, Internet: https://www.universalpictures.ch, Filmwebsite: https://www.universalpictures.ch/mary-magdalene

Kinostart: 15.03.2018