Lucifer

Lucifer Morningstar, der Teufel persönlich, nimmt sich eine Auszeit aus der Hölle und lässt sich in Los Angeles, der Stadt der Engel, häuslich nieder. Um der Langeweile zu entgehen – begibt sich der dandyhafte Höllenfürst in eine Psychotherapie, um seine gestörte Vater-Beziehung aufzuarbeiten. Und er heuert beim lokalen Polizeidepartement an, wo er zum zivilen Berater einer jungen Polizistin ernannt wird. Obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, ergänzen sie sich bestens. Der Teufel fühlt sich wohl in seiner neuen, alten Rolle als Bestrafer der Bösen. Doch Gott will Lucifer nicht länger in LA wissen und schickt einen Engel, um den Teufel zurück in die Hölle zu begleiten. Doch das ist nicht so einfach, denn in Lucifer keimen menschliche Regungen…

Die Kriminalfälle spielen in der Serie keine zentrale Rolle, es geht um eine ungewöhnliche Sicht auf religiöse Weltbilder. Angelehnt an Miltons «Paradise Lost» werden Fragen nach dem Guten und dem Bösen aufgeworfen und hinterfragt. Lucifers Vater-Groll verbindet die religiöse Weltordnung mit dem praktischen Familienleben und bietet interessante Ansatzpunkt für Überlegungen hinsichtlich freiem Willen und Unterordnung.

Obwohl die einzelnen Episoden qualitativ nicht alle auf demselben Niveau sind, so bieten insbesondere die Therapie-Treffen zwischen Lucifer und der Psychoanalytikerin eine humorvolle und bisweilen anregende Reflexion über das, was uns zu Menschen macht.

Natalie Fritz, Religionswissenschaftlerin und Redaktorin Medientipp

«Lucifer», US 2016–, Idee: Tom Kapinos, Mike Carey, Neil Gaiman , Besetzung: Tom Ellis, Rachael Harris, Lauren German. Die 2. Staffel läuft aktuell auf Pro7; 1. Staffel als DvD im Handel oder als Stream erhältlich.

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