Lene Marie oder das wahre Gesicht der Anorexie

Der Dokumentarfilm ist ein doppeltes Portrait: das einer Künstlerin und das einer tödlichen Krankheit. Als die norwegische Fotografin Lene Marie Fossen kurz vor dem internationalen Durchbruch stand, litt sie an Magersucht im fortgeschrittenen Stadium: Sie hatte bereits im Alter von zehn Jahren beschlossen, nicht mehr zu essen, um nicht erwachsen zu werden. Um sich mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen, fand sie das Ausdrucksmittel Fotografie. Ihre schonungslosen Selbstportraits zeugen von einer inneren Zerrissenheit, sind grausam und schön zugleich. Sechs Monate nach der grossen Ausstellung beim Nordic Light Festival hatte Lene Marie Fossen immer stärkere Schmerzen, und zum ersten Mal in ihrem Leben fand sie nicht mehr die Kraft, um weiterzukämpfen. Sie wurde über einen längeren Zeitraum zwangshospitalisiert. Lene Marie Fossen starb am 22. Oktober 2019 im Alter von nur 33 Jahren an den Folgen ihrer Magersucht. Zuvor beschloss sie, dass der Film plangemäss freigegeben werden sollte; es war ihr wichtig, dass ihre Geschichte eine Botschaft für andere ist