Lebenslinien. Die Wirtin des Turmstüberls
Bernadette zieht sich gern bunt an. Durch Kleidung kann sie ihre Stimmung am besten beeinflussen. Auch im Turmstüberl, dem Traditionscafé im Valentin Musäum in München, kann sie als Wirtin ihre Kreativität ausleben. Dass sie heute ein weitestgehend sorgloses Leben führen kann, ist für Bernadette nicht selbstverständlich. Kurz nach ihrer Geburt muss sie notoperiert werden und gilt als Kind als «Verreckerl». Mit neun Jahren erlebt sie die belastende Krebserkrankung ihrer Mutter. Bis heute begleitet sie die Angst vor Krankheit und das Schweigen darüber. Als junge Erwachsene stürzt sie sich dann mitten ins Leben. Zusammen mit ihrem Freund, einem Musiker, geniesst sie ein unbeschwertes Leben in München und arbeitet zwölf Jahre als Wiesn-Bedienung, bis sie 2012 die Stelle als Wirtin am Isartor angeboten bekommt. Nur manchmal sucht sie wieder einen Rückzugsort, dann, wenn es plötzlich zu bunt wird
