Lebenslinien. Der Sterngucker

Wenn Hans nachts den Kuppelspalt seiner Sternwarte westlich von Freising aufschiebt, öffnet sich für ihn der Zugang zu einer anderen Welt. Er richtet sein Teleskop aus und schaut hinaus in die Tiefe des Himmels. Das Sternenfieber packt ihn Ende der 60er und schon bald erbaut er mithilfe vieler Freunde und einer Menge Improvisation das kleine Haus mit der Kuppel: seine eigene Sternwarte. Dabei ist Hans eigentlich gelernter Konditormeister und besass ein grosses Café in Freising. Das hat er aufgegeben und gegen eine Arbeit in einem Möbelhaus eingetauscht. Dort geniesst er vor allem den Umgang mit Menschen auch aus anderen Kulturen. Diese Offenheit hat er seiner Leidenschaft zu den Sternen zu verdanken. «Wenn man da oben hinausschaut», sagt er, «dann merkt man, wie winzig wir selber auf unserer Erde sind. Auf diesem Sandkorn verschwinden alle Grenzen. Und man lernt die kostbarste Form der Materie zu schätzen: das Leben.»