Lebenslinien. Die erstaunliche Frau Riedl und die Kinder in Indien
Mangel und Not prägen Annas Kindheit im Donau-Ries. Mit Anfang 20 darf sie nach München, wo sie im Klinikum Dritter Orden Kranken- und Klosterschwester werden soll. Aufgrund einer infektiösen Knochenhautentzündung muss sie die Ausbildung jedoch abbrechen und darf nur als Hilfsschwester in einer städtischen Klinik arbeiten. Später verliebt sie sich in den sechs Jahre jüngeren Max Riedl. Eine Wohnung bekommen sie als Hausmeisterehepaar in Schwabing. Als ihnen ein günstiges Grundstück in Annas Heimatort Megesheim angeboten wird, bauen sie sich in zehn Jahren Eigenarbeit ein Häuschen. Doch kaum ist es fertig, wird Max schwer krank und stirbt. Am tiefsten Punkt ihres Lebens trifft Anna einen Pater des Pallottiner-Ordens, der sich weltweit um Bildungsarbeit kümmert. Er überredet sie, sich eine Schule in Indien anzusehen. Mit Mitte 60 fliegt sie, ausgestattet mit drei Wörtern Englisch (please, water, chicken), zum ersten Mal nach Indien. Seither unterstützt sie das Projekt
