Leben. Ich komme mit Hoffnung und gehe ohne Arbeit – Leben eines Tagelöhners
Entrümpeln, Abreissen, Saubermachen. Jeden morgen ab 4.00 Uhr wartet Klaus Brettschneider im Jobcenter Neuköln auf Arbeit. Der 58-Jährige ist Tagelöhner. Aber immer öfter geht der studierte, aber zu alte Maschinenbauer ohne Arbeit nach Hause und kommt am nächsten Morgen wieder, um etwas zu Markte zu tragen, was in der globalisierten Wissensgesellschaft immer weniger gefragt ist: seine körperliche Arbeitskraft. Da ergeht es Klaus Brettschneider wie seinen 150 Rechenschiebern, die vom technischen Fortschritt fortgespült nun beim ihm zu Hause in Glaskästen an der Wand hängen: „Sie hatten ihre Zeit und sind jetzt übrig.“
