La vierge, les coptes et moi
Eine koptische Familie in Frankreich sieht sich die Videokassette einer Marienerscheinung an. Namir, selber Filmemacher, ist enttäuscht von den Aufnahmen, seine Mutter hingegen ist überzeugt, Maria zu sehen. Das ist der Moment, in dem Namir entscheidet, einen Film über die Wunder der Marienerscheinungen in Ägypten zu drehen. Er reist in die Heimat seiner Eltern, sucht nach Zeugen, Fotos und Aufnahmen weiterer Erscheinungen. Schon bald tritt er auf der Stelle, sein Produzent macht Druck – und an Zeit und Geld fehlt es sowieso. Schliesslich fährt er ins Dorf seiner Verwandten und entschliesst, mithilfe der Dorfbewohner selbst eine Marienerscheinung zu inszenieren. Aber wer soll Maria spielen? Und wie soll sie aussehen?
Namirs Mutter springt in die Bresche, als sich der Produzent vom Projekt verabschiedet und prägt den Film nachhaltig. Namir Abdel Messeeh gelingt es, die einfachen Menschen vom Dorf für sein Projekt zu begeistern. Freude und Stolz zeigen die Gesichter der Laiendarsteller über ihre Leistungen – als sie die Jungfrau auf der Leinwand sehen, macht sich Ehrfurcht breit. Die dokumentarische Komödie lotet mit viel Humor die Grenzen zwischen Sehen und Glauben aus. Sie zeigt, wie unterschiedlich Mutter und Sohn zu ihren Wurzeln stehen, lässt uns an filmischen Effekten teilhaben und überlässt jedem Schauenden, was er sieht.
Monica Lienin, Redaktorin Medientipp
monica.lienin@medientipp.ch
«La vierge, les coptes et moi», Frankreich, Katar, Ägypten 2012, Regie: Namir Abdel Messeeh; Verleih: Cinélibre, http://www.cinelibre.ch, http://www.cinelibre.ch/index.php5?languages=de&action=statisch&topic=vierge
Kinostart: Zürich ab 28. April (Xenix,sonntags, 12:00 Uhr); Bern ab 5. Mai (Kino Kunstmuseum)
Eine junge Koptin im Gespräch über Marienerscheinungen und den Film «La vierge, les coptes et moi».
