La Mala Educación

Enrique Goded ist ein erfolgreicher Regisseur, der nach einer neuen Geschichte sucht. Ein junger Mann, der sich als ehemaliger Internatsfreund Ignacio Rodriguez ausgibt, besucht ihn und bringt ihm eine Novelle mit dem Titel «La visita» mit. Enrique wird durch die Geschichte um den Transvestiten Zahara in seine eigene Kindheit zurück geworfen: Die Messen in Latein, die Fussballspiele, die Übergriffe durch Priester Manolo und parallel dazu die Initiation ins Kino, wofür die spanische „femme fatale“ Sara Montiel steht. Die Novelle bringt die Begegnung zwischen dem Filmregisseur und seinem Jugendfreund, der die Rolle der Zahara übernimmt in Bewegung. Die Begegnung ist für beide eine schmerzhafte Erfahrung und spitzt sich zu, als Enrique entdeckt, dass Ignacio bereits seit drei Jahren tot ist. Durch die Arbeit am Film versucht Enrique das Geheimnis seines Hauptdarstellers zu lüften.

Pedro Almodóvar erzählt in Bildern von atemberaubender Schönheit eine düstere Geschichte, die sich am «film noir» inspiriert. Die «femme fatale» ist hier ein junger Mann, der seine erotische Verführungskraft skrupellos einsetzt. In den dicht verwobenen Erzählsträngen nähert er sich einer intimen Vergangenheit in der Möglichkeitsform. «La Mala Educación» spiegelt die sexuelle Identität der Figuren mehrfach und löst neben der Schaulust auch eine nachdenkliche Trauer aus.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«La Mala Educación», Spanien 2004, Regie: Pedro Almodóvar, Besetzung: Gael Garcia Bernal, Fele Martínez, Javier Cámara, Daniel Giménez Cacho. Verleih: Monopol Pathé Films AG, Internet: http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite: http://www.lamalaeducacion.com