Kunst gegen Staatsmacht
Er näht sich den Mund zu, wickelt sich in Stacheldraht, schneidet sich ein Ohrläppchen ab. Der russische Politkünstler Pjotr Pawlenski wählt drastische Aktionen, um der Welt zu zeigen, wie es in seinem Land um Meinungsfreiheit und politische Teilhabe bestellt ist. Bei den meisten Aktionen liegt er nur da, steht oder sitzt. Aktiv sind die Vertreter der Macht, schleppen ihn weg, verheddern sich in Draht, versuchen seine Nacktheit zu bedecken. Groteske Szenen. Als er 2015 die Tür des russischen Geheimdienstes FSB anzündet, wird er festgenommen. Auch in der Haft und vor Gericht gelingt es Pawlenski, Psychiater zu verwirren und Richter mit seiner Wortgewalt zu provozieren. Ein einzelner Künstler gegen einen mächtigen Apparat
