Kontext. «Mysterium Sprache»
Die komplexe menschliche Sprache ist eines der grossen Rätsel für die Wissenschaft. Sie unterscheidet uns von unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Aber wir benutzen sie auch, um uns selber abzugrenzen – vom Nachbarland, von den «Un-Coolen» in der Schule, von jenen, die uns fremd sind. Der Mensch erlernt die Sprache mit einer Leichtigkeit, die Linguistinnen und Anthropologen bis heute erstaunt – eine kognitive Höchstleistung des Gehirns, der die Wissenschaft erst so langsam auf die Spur kommt. Auch unsere nächsten genetischen Verwandten, die Menschenaffen benutzen Sprachen. Sie scheinen aber eher flinke Gestikulierer als grosse Redner zu sein. Menschenaffen, die man gezielt trainiert, können zwar bis zu 1’000 Zeichen der Gebärdensprache verwenden, normalerweise aber werden sie beim Erlernen von Sprache schon von einem Kleinkind überholt. Über die Menschheitsgeschichte hinweg haben sich mehrere Tausend verschiedene Sprachen entwickelt. Wer diese Sprachvielfalt erforscht, muss sich beeilen, denn immer mehr Sprachen verschwinden für immer
