komRadio: Alte Botschaft in neuem Kleid

komRadio heisst die neue ökumenischen Audioagentur des Evangelischen und Katholischen Mediendienstes. Am 27. September wurden die neuen Räume im Katholischen Mediendienst von Weihbischof Peter Henrici eingeweiht.

„Das Radio ist für die Kirche das wichtigste Medium“ sagte Bischof Henrici anlässlich der Einweihungsfeier. „Das gesprochene Wort ist, mehr als das Bild oder der Buchstabe, die eigentliche Übermittlungsinstanz der christlichen Botschaft.“ Mit diesen Worten betonte der Bischof die Wichtigkeit des kirchlichen Engagements in der Schweizer Radiolandschaft. Diese nämlich verändert sich stark. Gab es noch vor 15 Jahren ausschliesslich die Service Public-Sendungen von Radio DRS, so macht der Marktanteil der Privatradios heute rund 40 Prozent aus. Eine erste Antwort der kirchlichen Mediendienste auf diese neue Herausforderung war 1997 das ökumenische Projekt ZOOM Radio, das Privatradios mit Programmelementen belieferte. Anfang 1999 konnte die Projektphase erfolgreich abgeschlossen werden. Als Folge der Auswertung des Projektes besteht die neue Audioagentur komRadio aus zwei eigenständigen konfessionellen Redaktionen. Während die katholische Seite den Betrieb bereits aufgenommen hat, prüft man evangelischerseits mögliche Formen der Zusammenarbeit.

Das Evangelium als Programm

komRadio produziert Programmelemente aus den Bereichen Kirchen, Religion und Gesellschaft. Dabei soll, so wünscht sich Weihbischof Peter Henrici, „das Evangelium in viele Häuser getragen“ werden. Wie gedenkt man bei komRadio die frohe Botschaft für das Privatradio-Publikum umzusetzen? Chefredakteur Hans-Jörg Spring sagt: „Die christliche Religion manifestiert sich im Alltag oft in kleinen Ereignissen. Über diese zu berichten, liegt mir besonders im Herzen.“ Daneben ist es ihm wichtig, mit seinen Abnehmern in Kontakt zu stehen. „Wir wollen wissen, wie unsere Beiträge bei den Redaktionen und Hörer/-innen ankommen, und wir möchten Rückmeldungen aufnehmen.“

Mögliche Visionen

Der Versuch, mit komRadio kirchliche Inhalte in die private Radiolandschaft einzubringen, könnte der erste Schritt auf einem Weg sein, der von der Produktion von Programmelementen über den Betrieb eines Programmfensters bis hin zum Unterhalt eines eigenen Radiosenders führt. Diese Entwicklunglinie ziehen sowohl der katholische Radiobeauftragte Willi Anderau als auch Bischof Henrici in Betracht. Die fortschreitende Digitalisierung der elektronischen Medien könnte die Vision einst möglich machen. Die katholische Seite werde sich deshalb für die Liberalisierung der elektronischen Medien einsetzen, sagte der Weihbischof.
Vorderhand bleibt die Idee vom eigenen Sender jedoch ein Traum. Zuerst muss sich weisen, ob es komRadio – gemäss eigenem Anspruch – gelingt, die „alte Botschaft in neuem Kleid“ zu vermitteln und „Ruhe in die Hast des Alltags“ zu bringen.

Sabine Schüpbach