Kirchliche Medienfachstellen I: Stimmen aus dem Süden

Jedes Jahr ruft die Katholische Kirche einen „Welttag der Medien“ aus. Anlässlich des diesjährigen „Mediensonntages“ vom 15. Mai porträtiert ZOOM tip eine Reihe von ausgewählten kirchlichen Medienfachstellen. Unser erster Beitrag stellt die Fachstelle „Filme für eine Welt“ in Bern vor.

ZOOM tip: Was bedeutet der Name „Filme für EINE Welt“?

Daniel Gassmann: Der Name „Filme für eine Welt“ ist Ausdruck einer bestimmten Welt- und Lebenssicht: es gibt nicht drei oder mehr Welten, sondern nur eine, für die alle gemeinsam Verantwortung tragen.

Seit wann gibt es „Filme für eine Welt“ in der heutigen Form?

1998 haben die evangelische Filmkommission KEM/HEKS/Brot für alle und der katholische „Arbeitskreis Medien Dritte Welt“ fusioniert. Unser Ziel ist seither, ein eigenständiges Image zu entwickeln und enger mit der Westschweiz zusammenzuarbeiten.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Filme für den Verleih aus?

Wichtigstes Kriterium ist, dass die Protagonisten nicht als stumme Opfer sondern als Handelnde erscheinen. Der Film soll möglichst wenig Kommentar über die Menschen enthalten, sondern die Menschen ihr Leben selber interpretieren lassen. Der Film muss selbstverständlich auch ästhetischen Kriterien genügen und die Zuschauenden emotional ansprechen.

Was tut sich in der Schweizer Filmszene zum Thema fremde Kulturen?

Es gibt viele gute Filme, die beispielsweise am „Festival international du Film“ in Fribourg zu sehen sind. Problematisch wird es, wenn ein Film ins Kino kommen soll. Die meisten Häuser räumen den Filmen keine Marktchance ein. „Trigon“-Film nimmt als einziger Filmverleiher nur Produktionen aus dem Süden auf. Andere Verleiher tun dies selten.

Wie sieht bei Ihnen ein Arbeitstag aus?

Den typischen Arbeitstag gibt es nicht, typisch ist nur, dass immer verschiedene Dinge parallel laufen. Dazu gehören Verhandlungen über Filmrechte, Werbung für die Filme, die Aktualisierung der Homepage und das Verfassen von Texten über Filme.

Gibt es einen aktuellen Film, der nächstens ins Kino kommt und den Sie besonders empfehlen möchten?

Der Film „La vie sur terre“ aus Mali gefällt mir sehr gut. Er berichtet auf unspektakuläre Weise über den Alltag der Menschen in Mali, kommt sehr ruhig daher und nimmt sich Zeit, seine Geschichten zu erzählen. Der Film hat den Hauptpreis und den Preis der ökumenischen Jury am Filmfestival in Fribourg erhalten.

Fachstelle „Filme für eine Welt“

Die Fachstelle „Filme für eine Welt“ kauft Filme und Videos für Unterricht und Erwachsenenbildung im Bereich Entwicklung und Kulturbegegnung und fördert ihre Verbreitung. Damit soll der Zugang zu anderen Kulturen gefördert werden.

Adresse: Monbijoustrasse 31, Postfach 6074, 3001 Bern. Tel: 031 / 398 20 88 Fax: 031 / 398 20 87
E-Mail: mail@filmeeinewelt.ch
Internet: http://www.filmeeinewelt.ch
Filmbeauftragte: Daniel Gassmann und Dorothea Lanz (ab August 99)
Telefonische Auskünfte: zu Bürozeiten
Verleihstellen: ZOOM Verleih für Film und Video, Zürich, Pestalozzianum Zürich, Berner Schulwarte
Kirchliche Medienstellen und didaktische Zentren